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Spülmaschine reinigen mit Hausmitteln: die richtige Anleitung

Deine Spülmaschine wird sauber, wenn du Sieb, Sprüharme, Türdichtung und Ablaufbereich von Hand säuberst und danach ein heißes Leerprogramm laufen lässt. Hausmittel helfen dabei, aber nur an den richtigen Stellen und in der richtigen Reihenfolge.

Die kurze Antwort: Nimm zuerst das Sieb heraus, spüle es unter heißem Wasser aus und bürste die Speisereste weg. Schraube dann die Sprüharme ab und stich verstopfte Düsen mit einem Zahnstocher frei. Wische die Türdichtung und den unteren Türfalz mit einem Lappen und etwas Spülmittel aus, dort sammelt sich der schwarze Belag. Zum Schluss startest du ein Leerprogramm bei 65 bis 70 Grad, entweder mit Zitronensäure gegen Kalk oder mit einem Maschinenpfleger gegen Fett.
20 Min.Handarbeit an Sieb, Armen und Dichtung
1x pro WocheSieb ausspülen, die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Geruch
65 bis 70 °CTemperatur für den Reinigungs-Leerlauf
unter 1 EuroMaterialkosten pro Reinigung mit Zitronensäure

Die vier Stellen, an denen sich der Schmutz sammelt

Eine Spülmaschine reinigt sich nicht selbst. Sie spült Essensreste ab, aber der Rest bleibt an vier Stellen liegen, die der Wasserstrahl nicht erreicht.

  1. Das Sieb im Boden. Herausdrehen, unter heißem Wasser ausspülen, mit einer alten Zahnbürste die Maschen frei bürsten. Hier entsteht der typische Geruch nach altem Essen.
  2. Die Sprüharme. Meist lassen sie sich mit einer Vierteldrehung abnehmen. Kalk und Kerne verstopfen die kleinen Düsen, dann bleibt das Geschirr im oberen Korb schmutzig. Düsen mit einem Zahnstocher freistechen, Arme unter fließendem Wasser durchspülen.
  3. Die Türdichtung und der Türfalz. Der Gummi läuft rundum, der Falz unten am Türblatt bleibt beim Spülgang trocken. Genau dort sitzt der schwarze, fettige Belag. Mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel auswischen, auch in die Falte hinein.
  4. Der Ablaufbereich mit der Pumpe. Unter dem Sieb liegt eine kleine Mulde mit Restwasser. Mit einem Schwamm ausschöpfen, Fremdkörper wie Glassplitter oder Obstkerne entfernen. Bei vielen Geräten lässt sich die Pumpenabdeckung abnehmen.

Wer diese vier Punkte alle vier bis sechs Wochen macht, braucht deutlich seltener einen Spezialreiniger.

Essig, Zitronensäure, Natron und Backpulver: was wofür taugt

Die vier Klassiker leisten sehr Unterschiedliches. Kalk braucht Säure, Fett und Geruch brauchen Alkali oder Tenside. Ein Mittel für alles gibt es nicht.

MittelWirkt gegenDosierungAchtung
Zitronensäure (Pulver)Kalk an Heizstab, Innenwand und Sprüharmen2 bis 3 Esslöffel in den leeren Innenraum, Kurzprogramm bis 50 Gradnicht im 65-Grad-Lauf und nicht mit Geschirr, bei großer Hitze bildet sich schwer lösliches Calciumcitrat
Essig oder EssigessenzKalk, grundsätzlich wirksamim Gerät besser gar nicht, allenfalls verdünnt zum Auswischengreift Gummidichtungen und Aluminiumteile an, für die Maschine die schlechteste Säurewahl
NatronFettfilm und Geruch2 Esslöffel in den Innenraum, danach heißes Leerprogrammlöst keinen Kalk, wirkt nur dort, wo Wasser hinkommt
Backpulverschwacher Ersatz für Natron1 Päckchen, ergibt kaum mehr als Aufschäumenenthält Stärke und Säuerungsmittel, die Reinigungswirkung ist gering
Sicherheitsregel: Mische nie Säure mit Chlorreiniger. Aus Essigreiniger und einem chlorhaltigen Mittel entsteht Chlorgas, das die Atemwege schädigt. Nur ein Mittel pro Durchgang verwenden und zwischendurch klar spülen.

Warum Essig den Gummidichtungen schadet

Essigsäure greift Elastomere an. Bei jedem Kontakt entzieht sie dem Gummi Weichmacher, die Dichtung wird härter, verliert an Spannung und bekommt feine Risse. Am Anfang merkst du davon nichts, nach zwei Jahren regelmäßiger Essiggänge kann die Tür unten feucht werden.

Dazu kommt die Wirkung auf Metall. Aluminiumteile und ungeschützte Bereiche im Ablaufsystem reagieren empfindlich auf niedrige pH-Werte. Zitronensäure ist milder, aber auch sie gehört nicht in jeden zweiten Spülgang. Ein Entkalkungslauf alle zwei bis drei Monate reicht bei hartem Wasser aus.

Reinigungsintervall und der Leerlauf bei 65 Grad

  • Wöchentlich: Sieb herausnehmen und ausspülen. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Geruch und dauert eine Minute.
  • Alle vier bis sechs Wochen: Sprüharme, Türdichtung und Türfalz von Hand reinigen, danach ein Leerprogramm bei 65 bis 70 Grad. Diese Temperatur löst den Fettfilm im Ablaufsystem, den Kurzprogramme bei 45 Grad liegen lassen.
  • Alle zwei bis drei Monate: Entkalken mit Zitronensäure im Kurzprogramm, wenn dein Wasser hart ist. Den Härtegrad findest du auf der Website deines Wasserversorgers.
  • Bei jedem Nachfüllen: Salz und Klarspüler prüfen. Beides beeinflusst Beläge stärker als jedes Hausmittel.

Wer täglich Kurzprogramme bei niedriger Temperatur fährt, braucht den heißen Leerlauf häufiger. Fett kühlt ab und setzt sich in Schlauch und Pumpe fest.

Was gegen Geruch und weiße Beläge hilft

Geruch kommt fast immer aus dem Sieb oder aus stehendem Restwasser im Ablauf. Prüfe in dieser Reihenfolge: Sieb, Türfalz, Restwasser in der Mulde, dann den Ablaufschlauch. Ein Trick für Zwischendurch: die Tür nach dem Programm einen Spalt offen lassen, damit der Innenraum trocknet.

Weiße Beläge haben zwei mögliche Ursachen, und sie brauchen entgegengesetzte Antworten. Lässt sich der Belag mit dem Finger oder etwas Zitronensäure abwischen, ist es Kalk. Dann steht die Wasserenthärtung zu niedrig oder das Salz fehlt. Bleibt der Belag auch nach dem Wischen sichtbar und wirkt das Glas milchig und leicht regenbogenfarben, ist es Glaskorrosion. Die ist dauerhaft und lässt sich nicht wegputzen, du kannst sie nur bremsen, indem du Gläser bei niedrigerer Temperatur spülst und die Enthärtung korrekt einstellst.

Wann Reiniger aus dem Handel doch sinnvoll ist

Hausmittel kommen an eine Grenze: Sie erreichen die Ablaufpumpe und den Schlauch kaum. Ein Maschinenpfleger mit Tensiden wird über den Spülgang durch das komplette System gepumpt und löst dort den Fettfilm, den Zitronensäure und Natron nicht angreifen.

Sinnvoll ist er, wenn die Maschine trotz sauberem Sieb riecht, wenn Geschirr einen fettigen Schleier hat oder wenn du überwiegend bei 45 Grad spülst. Zwei bis drei Anwendungen pro Jahr genügen. Für die Routine dazwischen bleiben Handarbeit und der heiße Leerlauf die günstigere und wirksamere Kombination.

Kann ich Essig einfach in die Spülmaschine kippen?

Besser nicht. Essigsäure entzieht den Gummidichtungen Weichmacher und greift Aluminiumteile an. Zum Entkalken nimmst du Zitronensäure im Kurzprogramm, für die Dichtung reicht Wasser mit Spülmittel.

Wie oft muss ich das Sieb reinigen?

Einmal pro Woche, bei täglicher Nutzung gern öfter. Das Sieb ist die häufigste Geruchsquelle. Ausspülen unter heißem Wasser und kurz abbürsten dauert weniger als eine Minute.

Warum bleibt weißer Belag auf den Gläsern?

Lässt er sich abwischen, ist es Kalk, dann fehlt Salz oder die Enthärtung ist zu niedrig eingestellt. Bleibt er sichtbar, handelt es sich um dauerhafte Glaskorrosion.

Bringt Backpulver dasselbe wie Natron?

Nein. Backpulver enthält nur einen Teil Natron plus Stärke und Säuerungsmittel. Es schäumt sichtbar, reinigt aber deutlich schwächer. Reines Natron ist günstiger und wirksamer.

Welches Programm nehme ich für den Leerlauf?

Ein normales oder intensives Programm mit 65 bis 70 Grad, ohne Geschirr. Erst diese Temperatur löst Fett zuverlässig aus Schlauch und Pumpe, Kurzprogramme schaffen das nicht.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr.

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