Waschen

Wäsche in der Wohnung trocknen, ohne Schimmel zu riskieren

Drinnen trocknen funktioniert, wenn die Feuchtigkeit wieder rauskommt. Dafür brauchst du einen warmen Raum, mehrmals täglich weit geöffnete Fenster und ein Hygrometer.

Die kurze Antwort: Häng die Wäsche in einen beheizten Raum mit Fenster, niemals ins Schlafzimmer und niemals in ein ungeheiztes Zimmer. Schleudere mit möglichst hoher Drehzahl vor, häng locker mit Abstand auf und lüfte während der Trocknung mehrmals täglich mit weit geöffnetem Fenster statt auf Kipp. Kontrolliere die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Das Umweltbundesamt nennt als Faustregel, dass die Luftfeuchtigkeit in nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen im Winter im Normalfall unter 50 Prozent liegen sollte.
unter 50 %Faustregel des Umweltbundesamts für den Winter
5 bis 10Minuten Stoßlüften im Winter, Fenster ganz auf
1400Umdrehungen und mehr beim Schleudern
3 bis 4Mal lüften pro Tag, solange Wäsche hängt

Wie viel Feuchtigkeit nasse Wäsche abgibt

Alles Wasser, das nach dem Schleudern noch in der Wäsche steckt, landet in der Raumluft. Es verschwindet nicht, es zieht nur um. Wo es hinterher hingeht, entscheidest du mit dem Fenster.

Die Verbraucherzentrale ordnet das so ein: Wenn wir kochen, duschen, Wäsche trocknen, atmen und schwitzen, gelangen täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft. Ein Mensch gibt allein pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasserdampf ab. Eine Wäscheladung kommt oben drauf.

Die Luft kann diese Menge eine Weile aufnehmen. Warme Luft schafft mehr als kalte, deshalb ist ein geheizter Raum der bessere Trockenraum. Kritisch wird es dort, wo die Luft abkühlt: an Fensterlaibungen, hinter Schränken an Außenwänden, in Zimmerecken. Dort schlägt sich das Wasser als Kondensat nieder, und genau dort wächst dann der Schimmel.

Luftfeuchtigkeit messen: ab wann es kritisch wird

Ohne Messgerät rätselst du. Ein einfaches Thermo-Hygrometer kostet wenig, zeigt Temperatur und relative Feuchte an und gehört in den Raum, in dem die Wäsche hängt. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen mit einem Thermo-Hygrometer zu kontrollieren.

Als Orientierung nennt das Umweltbundesamt: In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter im Normalfall unter 50 Prozent liegen. Je schlechter die Dämmung, desto genauer musst du hinschauen, weil an kühleren Außenwänden die Feuchtigkeit zunimmt und damit die Schimmelgefahr steigt.

Praktisch heißt das: Schau vor dem Aufhängen auf das Gerät, dann noch einmal eine Stunde später. Steigt der Wert deutlich an und bleibt oben, lüftest du zu selten oder der Raum ist zu klein für die Wäschemenge.

Es gibt außerdem ein Warnsignal ohne Technik. Beschlagen die Fensterscheiben von innen, ist die Luft gesättigt. Dann muss sofort das Fenster auf, egal wie kalt es draußen ist.

Stoßlüften statt Kippfenster

Ein gekipptes Fenster ist beim Wäschetrocknen die schlechteste Lösung. Der Luftaustausch ist gering, aber die Wand rund um das Fenster kühlt über Stunden aus. An dieser ausgekühlten Laibung kondensiert die feuchte Raumluft. Du heizt also zum Fenster hinaus und schaffst gleichzeitig die Stelle, an der der Schimmel anfängt.

Stoßlüften macht das Gegenteil. Fenster ganz auf, wenn möglich zwei gegenüberliegende für Durchzug, und nach wenigen Minuten wieder zu. Die feuchte Luft ist raus, die Wände bleiben warm.

JahreszeitDauer bei weit geöffnetem FensterWie oft, solange Wäsche hängt
Winter, kalt und trocken5 bis 10 Minuten3 bis 4 Mal täglich
Frühjahr und Herbst10 bis 15 Minuten3 Mal täglich
Sommer, warm20 bis 30 Minutenmorgens und abends

Das sind Richtwerte, keine festen Regeln. Die Kontrolle bleibt das Hygrometer. Ein Punkt wird oft übersehen: Bei schwülem Sommerwetter ist die Außenluft selbst feucht. Dann bringt langes Lüften wenig, und der Luftentfeuchter ist die bessere Wahl.

Dreh beim Lüften die Heizung kurz herunter und danach wieder auf. Der Raum soll sich schnell wieder aufwärmen, denn warme Luft nimmt die restliche Feuchtigkeit auf.

Der richtige Raum, und welche tabu sind

Nicht jeder Raum eignet sich, und zwei sind ausdrücklich ungeeignet.

RaumGeeignet?Warum
Beheiztes Wohn- oder Arbeitszimmerjawarm, Fenster vorhanden, Luft nimmt Feuchte auf
Beheizter Flur mit Fensterjawird selten genutzt, gut zu lüften
Badezimmernur bedingtoft klein und schon feucht, nur mit Fenster und kurzer Wäschemenge
Schlafzimmerneinmeist kühler, du atmest nachts zusätzlich Feuchtigkeit dazu
Ungeheiztes Zimmer oder Keller ohne Fensterneinkalte Luft nimmt kaum Wasser auf, Wäsche bleibt tagelang klamm

Halte einen Abstand von mindestens einer Handbreit zwischen Wäscheständer und Wand, und stell ihn nicht direkt an eine Außenwand. Freistehend mitten im Raum trocknet die Wäsche schneller, weil von allen Seiten Luft herankommt.

Bei sichtbarem Schimmel: Kleine Flecken auf glatten Oberflächen kannst du selbst entfernen. Breitet sich der Befall aus, kommt er wieder oder sitzt er in Tapete, Putz oder hinter Möbeln, hol eine Fachfirma dazu und informiere bei einer Mietwohnung deine Vermieterin oder deinen Vermieter. Wenn du gesundheitliche Beschwerden bemerkst, etwa anhaltenden Husten oder Reizungen der Atemwege, klär das ärztlich ab. Dieser Text ersetzt weder eine ärztliche noch eine bauliche Beurteilung.

Schneller trocken: schleudern und richtig aufhängen

Je weniger Wasser die Wäsche mitbringt, desto weniger landet in der Luft. Der Schleudergang ist deshalb der wirksamste Hebel, und er kostet fast nichts.

  • Hoch schleudern. 1400 Umdrehungen statt 800 verkürzen die Trockenzeit spürbar. Prüfe vorher das Pflegeetikett, empfindliche Textilien vertragen das nicht, mehr dazu unter Waschsymbole und ihre Bedeutung.
  • Zweimal schleudern. Bei Handtüchern und Jeans lohnt ein zusätzlicher kurzer Schleudergang. Das dauert fünf Minuten und spart Stunden.
  • Locker aufhängen. Jedes Stück einzeln, mit Abstand, nichts doppelt über die Stange werfen. Übereinanderliegende Lagen brauchen doppelt so lange.
  • Ausschütteln und glattziehen. Das spart Bügeln und vergrößert die Fläche, an der Luft vorbeikommt.
  • Großes nach außen. Bettwäsche und Handtücher an die Außenkanten des Ständers, Kleinteile in die Mitte.
  • Luft bewegen. Ein kleiner Ventilator auf niedriger Stufe verkürzt die Trockenzeit deutlich und kostet wenig Strom.

Wäsche, die länger als einen Tag zum Trocknen braucht, fängt an muffig zu riechen. Das ist das Zeichen, dass die Bedingungen nicht stimmen. Riecht sie schon aus der Maschine unangenehm, liegt es meist an der Maschine selbst und nicht am Trocknen, siehe Wäsche richtig waschen. Harte Handtücher haben übrigens eine andere Ursache, dazu findest du eigene Tipps unter harte Handtücher wieder weich bekommen.

Wann Luftentfeuchter oder Trockner besser sind

Es gibt Wohnungen, in denen Lüften allein nicht reicht. Kleine Räume, viele Personen, schlecht gedämmte Altbauten oder eine Waschladung fast jeden Tag.

Ein Luftentfeuchter mit Kompressor zieht das Wasser aus der Luft und sammelt es im Tank. Er lohnt sich, wenn du regelmäßig drinnen trocknest und die Feuchte trotz Lüften hoch bleibt. Stell ihn in denselben Raum, schließ die Tür und leer den Tank täglich.

Ein Wäschetrockner löst das Problem am gründlichsten, weil die Feuchtigkeit gar nicht erst in die Wohnung gelangt. Ein Wärmepumpentrockner braucht deutlich weniger Strom als ältere Kondenstrockner. Wichtig ist, dass du das Flusensieb nach jedem Durchgang reinigst.

Wer keinen Platz für ein Gerät hat, hängt zumindest die großen Stücke woanders auf. Bettwäsche und Handtücher machen den größten Teil der Feuchtigkeit aus. Kommen die auf den Balkon oder in den Trockenraum, ist das Problem in der Wohnung schon halb gelöst.

Darf man Wäsche in der Wohnung trocknen?

Ja, wenn die Feuchtigkeit wieder herauskommt. Nötig sind ein beheizter Raum mit Fenster, mehrmals tägliches Stoßlüften und eine Kontrolle der Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer.

Wie hoch darf die Luftfeuchtigkeit sein?

Das Umweltbundesamt nennt als Faustregel: In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte sie im Winter im Normalfall unter 50 Prozent liegen. Miss mit einem Hygrometer nach.

Warum soll ich nicht auf Kipp lüften?

Weil der Luftaustausch gering ist, die Wand rund ums Fenster aber auskühlt. Dort kondensiert die feuchte Luft, und genau an dieser Stelle entsteht später Schimmel.

Kann ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?

Besser nicht. Schlafzimmer sind meist kühler, und du gibst nachts selbst Feuchtigkeit an die Luft ab. Nimm einen beheizten Raum, den du gut lüften kannst.

Lohnt sich ein Luftentfeuchter zum Wäschetrocknen?

Ja, wenn du oft drinnen trocknest und die Feuchte trotz Lüften hoch bleibt. Gerät in denselben Raum stellen, Tür schließen und den Tank täglich leeren.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr. Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale.

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